Ziele der Initiative

Die Initiative Bildung und digitaler Kapitalismus möchte einen Beitrag leisten, um digital-kapitalistische Formationsprozesse in kritischer Perspektive zu thematisieren und gleichzeitig alternative, nachhaltige Entwicklungspfade in wissenschaftlichen Kontexten, pädagogischen Handlungsfeldern und bildungspolitischen Öffentlichkeiten zu fördern. Hierzu gehört wesentlich, den aktiven, selbstbewussten und kompetenten Umgang mit Digitalmedien im Kontext eines umfassenden Verständnisses von Bildung und Medienbildung zu unterstützen.

Dies kann nicht allein aus einer (medien-)pädagogischen Perspektive erfolgen, sondern bedarf einer inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit. Auch ist zu betonen, dass wegen der Internationalität der Medienentwicklung und -nutzung eine rein nationale Sichtweise nicht genügt und international tätige Akteure*innen und Regelungsinstanzen zu berücksichtigen sind. Deshalb unterstützt die Initiative eine internationale Vernetzung medienkritischer Akteure*innen und Initiativen.

Auch geht es darum, bisherige Begriffe, Verständnisse und Ziele von medienbezogenen Bildungs- und Lernprozessen zu hinterfragen und medien- und gesellschaftskritische Analysen auf konkretes  pädagogisches Handeln zu beziehen. Dies schließt ein, sich auch mit Ambivalenzen, Widersprüchen und Dilemma-Situationen bei der Nutzung und Gestaltung von und mit Digitalmedien auseinanderzusetzen.

Angesichts der bestehenden Dominanz kommerzieller Plattformökonomien ist es ein wichtiges Anliegen der Initiative, dass alternative, kommerzfreie Plattform- und Technologieangebote gerade im Hinblick auf den öffentlichen Bildungsbereich bundesweit und auf europäischer Ebene gefördert werden.

Erste Überlegungen zur Konkretisierung dieser Intentionen und Ziele sind der Fachinformation der Initiative zu entnehmen (November 2021; dort im Teil zu Fragen und Themenaspekten). Auf der Tagung am 20./21.06.2022 an der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid werden diese Überlegungen vertieft. In Zusammenhang mit der Tagung plant die Initiative auch ein bildungspolitisches Positionspapier mit konkreten Vorschlägen und Forderungen.